Die Jakobikirche bewahrt rein äußerlich Ihre Gestalt mit mittelalterlichem Turm und spätbarockem Kirchenschiff. Im Inneren präsentiert sie sich dem Besucher in Ihrer nach den großen Kriegsschäden vornehmlich in den 50er und 80er Jahren geschaffenen Ausstattung.
 
*Lasset Euch versöhnen mit Gott*
2. Korinter 5/20 * MDCCLXXXIV - MCMLIV
 
Diese Inschrift ziert den 1954 unter Verwendung weniger originaler Bruchstücke und Beibehaltung der spätbarocken Formensprache neugeschaffenen Kanzelaltar (K. Habermann). Kanzelaltäre waren im 18. Jh.  geradezu eine Modeerscheinung. Die enge Verbindung von Kanzel und Altar entspricht dabei der großen Bedeutung der Verkündigung des Wortes Gottes im protestantischen Glauben.
 
Das Kruzifix (Corpus) wird dem 18. Jh. zugeschrieben; die beiden Leuchterpaare aus Messing stammen aus der Biedermeierzeit bzw. von 1934.
 
Links neben dem Altar steht ein barockisierter Ständer mit der Oster- und Taufkerze (D. Diez-Jacob, 1981).
 
Zur spärlich erhaltenen Orginalausstattung gehört der Taufständer aus dem Jahre 1786 (von Matern) im Altarraum.
 
Zu den beiden Seiten des Kanzelaltars sind die sonst  schmucklosen Fenster mit zwei Arbeiten des Glasmalers W. Brenneisen ausgestattet (1955). Sie zeigen die Geburt Christi und die Verkündigung seiner Auferstehung.
 
Dem Altar gegenüber befindet sich auf der Emore die neue Orgel (G. Hillebrand, 1989). Auch diese ist barocken Formen nachempfunden. Die Schleifadenorgel nach Tradition der mitteldeutschen Orgelbauweise besitzt 24 Register mit 1374 Pfeifen.
 
Die Wände oberhalb der Empore von schmiedeeiserne Leuchter (vor 1952).
Kirchenschiff und Chorraum werden durch vier verschieden große Messingkronleuchter (P. Oehlmann, 1986) erhellt.
 
Im Durchgang zu der 1994 hergerichteten Turmhalle ist das älteste Ausstattungsstück der Kirche ein Opferstock (1592), aufgestellt.
In der Turmhalle selbst erinnern alte Bilder und Fotos an die Geschichte der Gemeinde und ihrer Einrichtungen. Hier wird auch der Abguß des romanischen Würfelkapitels (12. Jh.) gezeigt.
 
Die Seidenmalereiarbeit (T.N. Komshilova) an der Südwand, ein Geschenk (1996) der russ.-orth. Gemeinde Michailowskoje bei Iwanowo, weist auf die seit 1990 bestehende Freundschaft hin.
 
 
Dr. Herbert Claessen